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LG Stuttgart: Ex-Porsche-Vorstände vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen!

von Peter Wienberg

Das Landgericht Stuttgart hat Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen früheren Finanzvorstand Holger Härter am 18.03.2016 vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen. Ihnen war vorgeworfen worden, ihre Pläne zur Übernahme von Volkswagen verschleiert zu haben.

Vorwurf: Verschleierung der Übernahmepläne

In dem Strafprozess ging es um die juristische Aufarbeitung der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen 2008. Damals war der VW-Börsenkurs heftigen Schwankungen ausgesetzt, Anleger verloren Milliarden. Die Staatsanwaltschaft hatte Wiedeking und Härter vorgeworfen, ihre Pläne verschleiert oder über diese nur mangelhaft informiert zu haben. Beide Manager hatten das stets bestritten - dieser Ansicht folgte das Gericht nun in seinem Urteil.  

Investoren verloren große Summen

Porsche hatte 2008 versucht, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu schlucken. Die Angeklagten hatten entsprechende Pläne lange bestritten. Erst Ende Oktober 2008 wurde die Übernahmeabsicht bestätigt. Daraufhin stieg der Wert einer VW-Aktie binnen zwei Tagen etwa um das Fünffache. Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren riesige Summen. Laut Staatsanwaltschaft manipulierten Wiedeking und Härter damals den Kapitalmarkt und wollten den VW-Kurs zu ihren Gunsten steuern. Dieser Auffassung folgte das Gericht in Stuttgart jedoch nicht. Die Porsche-Dachgesellschaft Porsche PSE muss zudem kein Bußgeld zahlen.

 

Quelle: beck-aktuell Newsletter vom 18.03.2016

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